Eichenprozessionsspinner: Beratung - Bekämpfung - Prävention

Eichenprozessionsspinner_abc Schädlingsbekämpfung

Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea)

Aussehen
Der Eichenprozessionsspinner ist die Larve eines Nachtfalters. Die Farbe der Raupen ändert sich in graugrün mit einem helleren Bereich an den Seiten. Ab dem dritten Stadium werden die ersten Brennhaare ausgebildet. Neben den langen Haaren (von bis zu 10 mm) entstehen, in Bürsten angeordnet, die kurzen Brennhaare mit Abmessungen von 0,1 bis 0,3 mm5. Diese Brennhaare sind für die Gesundheitsbeschwerden verantwortlich. Mit jedem darauffolgenden Raupenstadium (vierten, fünften und sechsten Stadium) nimmt die Zahl der Bürsten mit Brennhaaren zu.


Lebensweise
Im Zeitraum von Juli bis September schlüpft der unauffällige Nachtfalter aus der Puppe. Die Weibchen der Schmetterlinge bewegen sich in der Regel über eine Strecke von 2 bis 4 km auf der Suche nach Wirtspflanzen für die Eiablage, können manchmal aber auch Strecken von 7 bis 10 km zurücklegen. Viele Weibchen legen ihre Eier in der direkten Umgebung der Stelle ab, wo sie aus der Puppe geschlüpft sind. Geschätzt wird, dass das Areal sich durchschnittlich um 7,5 km pro Jahr erweitert. Männchen können sich über noch größere Entfernungen fortbewegen und werden auch in Gebieten angetroffen, wo (noch) keine Weibchen anwesend sind.


Vorkommen
Der Eichenprozessionsspinner ist von der Iberischen Halbinsel über Süd- und Mitteleuropa östlich bis in den Süden Russlands und nach Vorderasien verbreitet. Er fehlt auf mehreren Mittelmeerinseln, im Nordwesten Europas und tritt in Skandinavien nur im südlichsten Teil Schwedens auf. Seit 1990 treten im direkten Wohn- und Lebensumfeld der Menschen regelmäßig Probleme auf, welche vom Eichenprozessionsspinner verursacht werden. Vor dieser Zeit gab es nur gelegentliche Meldungen, obwohl der Eichenprozessionsspinner insgesamt verbreitet vorkam.


Wie kann man sich vor Befall schützen?
Die Eindämmung des Eichenprozessionsspinners ist in der Praxis keine einfache Auf-gabe. Um gesundheitlichen Risiken vorzubeugen ist es wichtig, im richtigen Moment die optimalen Entscheidungen zu treffen. Zunächst muss eine Antwort auf zwei Fragen gegeben werden: Wo befindet sich der Eichenprozessionsspinner im Verwaltungsge-biet? Tritt der Eichenprozessionsspinner in Mengen auf, die zu einem Problem führen können?


Welche Probleme verursachen diese Schädlinge?
Der Eichen-Prozessionsspinner hat vom dritten bis zum sechsten Stadium Bürsten mit Brennhaaren. Eine Berührung der Raupen kann zu Reizungen führen, die Haare verbreiten sich allerdings auch durch die Luft. Die Brennhaare haben Widerhäkchen, mit denen sie sich in der Haut festsetzen. Sie sind hohl und enthalten einen Stoff, der ebenfalls zu einer pseudo-allergischen Reaktion beiträgt. In seltenen Fällen kann eine ernsthafte allergische Reaktion auftreten. Auch Tiere können Probleme durch die Brennhaare bekommen, zum Beispiel durch das Fressen von Gras oder Heu aus Wiesen, die von schwer infizierten Eichen umgeben sind. Hunde können beim Ausführen am Wegrand mit abgefallenen Nestern in Berührung kommen.

Die Brennhaare verursachen kleine, schmerzhafte Wunden. Der Großteil der Beschwerden hat mit Hautreaktionen zu tun. Nach direktem Kontakt mit den Brennhaaren treten innerhalb von acht Stunden die typischen Beschwerden auf: ein schmerzhafter Hautausschlag mit heftigem Juckreiz, wobei auch Schwellungen, Pickel sowie mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen, die sich entzünden können, entstehen. Diese Hautreizungen können bis zu zwei Wochen andauern. Das Ausmaß und der Schweregrad sind von Person zu Person sehr unterschiedlich. Man sieht aber, dass Personen stärker reagieren, wenn sie schon früher Kontakt mit den Brennhaaren hatten. In geringerem Maße treten Beschwerden an den Augen und den oberen Atemwegen (1-5%) auf, eventuell in Kombination mit Hautbeschwerden. Brennhaare, die in die Augen eindringen, verursachen meistens eine heftige Reaktion der Bindehaut oder der Hornhaut, die in manchen Fällen eine Entzündung mit Schmerzen, Reizungen, Juckreiz und Rötung zur Folge haben. In manchen Fällen dringen die Brennhaare tiefer in das Auge ein und müssen operativ entfernt werden. Das Einatmen der Brennhaare kann Beschwerden der oberen Atemwege wie Reizungen, Husten und schleimigen Auswurf verursachen. Anfänglich ähneln diese Beschwerden denen einer Erkältung, manchmal werden sie auch von Halsschmerzen und Kurzatmigkeit begleitet. In manchen Fällen entwickeln sich chronische  aspezifische respiratorische Leiden und eine pseudo-aller-gische Bronchitis. Außerdem können allgemeine Beschwerden, wie Fieber, Unwohl-sein, Schwindel und Erbrechen, auftreten. Diese Fälle sind allerdings selten. Es lässt sich nicht vorhersagen, zu welchen Beschwerden der Kontakt mit den Brennhaaren im Einzelfall führt. Prinzipiell stellt aber jeder Kontakt ein gesundheitliches Risiko dar (pseudo-allergische Reaktion).

Kratzen oder reiben Sie nicht nach Berührung der Raupen oder der Raupenhaare, sondern waschen oder spülen Sie die Haut oder Augen gründlich mit Wasser aus. Waschen Sie eventuell auch die Kleidung (am besten bei 60°C). Die Beschwerden verschwinden im Allgemeinen innerhalb von zwei Wochen. Eine milde Creme zum Beispiel mit Menthol oder ein Gel mit Aloe Vera kann Erleichterung bringen. Nehmen Sie bei starken Beschwerden Kontakt mit Ihrem Hausarzt auf.


Diesen Schädling bekämpfen wir in den Regionen:
Einsatzgebiete: Schwyz - Uri - Zug - Luzern - Aargau - Zürich - Obwalden - Nidwalden – Graubünden - Solothurn - Basel - Schaffhausen - Appenzell - St. Gallen - Glarus - Thurgau - Bern

 

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